Digital vernetzte Produktion: Industrie 4.0 im newPark

Der newPark ist als Standort für Industrie 4.0 konzipiert: Entstehen wird ein großflächiger Verbund für digitalisierte, vernetzte Produktion von Unternehmen, die Teil eines Innovations- und Wertschöpfungsnetzwerkes sind. Mit dieser bundesweit einzigartigen Konzeption kann der newPark sich als Zentrum von europäischem Rang für innovative Fertigungsverfahren etablieren – so das Zielkonzept, das von den Gutachtern PROGNOS, der GPS.Planfabrik GmbH und UNITY zusammen mit weiteren Experten aus Forschung und Industrie entwickelt worden ist. (Download PROGNOS 2013)

Verbundstandort als innovatives Ökosystem

In der globalisierten und hochspezialisierten Wirtschaft des 21. Jahrhunderts wird es für Unternehmen immer schwerer, industrielle Produktionsprozesse allein zu organisieren. newPark bietet Unternehmen auf 156 ha Fläche ausreichend Platz, sich mit ihrem Netzwerk aus Zulieferern, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen sowie Dienstleistern anzusiedeln – so entsteht ein Verbund, der durch vertikale und horizontale Integration neue Wertschöpfungsketten schafft. Ein Beispiel für einen erfolgreichen Verbundstandort in der Region ist der Chemiepark Marl, an dem über 30 Unternehmen mit 10.000 Beschäftigten arbeiten.

Im newPark Datteln könnten bis zu 9.000 Arbeitsplätze in einem neuartigen Verbund geschaffen werden: In wachstumsstarken Zielmärkten wie GreenTech soll im Norden der Metropole Ruhr aus großen Industriebetrieben und KMUs ein innovatives „Ökosystem entstehen, in dem sich diese Unternehmen gegenseitig positiv beeinflussen und ergänzen“, so das Fazit der Gutachterbüros (UNITY 2017).

Die jüngste Änderung des Landesentwicklungsplanes NRW hat diesen Ansatz ausdrücklich bestätigt: Entscheidendes Kriterium für Ansiedlungen im newPark sind Vorhabenverbünde von mehreren Betrieben, die funktionell so miteinander verbunden sind, dass sie „in ihrer Gesamtheit in der Endausbaustufe einen Raumanspruch von mindestens 50 Hektar aufweisen“, heißt es in der aktuellen Fassung des Landesentwicklungsplanes vom Mai 2018.

Vorausschauendes Konzept für die Industrie von morgen

Den Schlüssel für den Erfolg des newParks sehen die Experten in einer zukunftsweisenden Infrastruktur mit innovativen Industrieservices und einer offenen digitalen, „souveränen“ Infrastruktur: Der newPark werde eine „Pole Position unter den europäischen Industrieparks einnehmen können, wenn die zukünftigen Bedarfe der Industrie an eine moderne und effiziente Infrastruktur befriedigt werden“ (PROGNOS Zukunftsatlas 2013 – Deutschlands Regionen im Zukunftswettbewerb).

Die Unity AG hat dazu ein detailliertes Umsetzungskonzept entwickelt. Ziel ist es, durch eine innovative Produktions- und Serviceumgebung ideale Bedingungen für den ersten großen Industrie-4.0-Verbund in Deutschland zu schaffen. Unity hebt dabei eine Reihe von elementaren Services hervor, die im ersten Schritt realisiert werden sollen:

Lohnfertigung 4.0: ermöglicht es den Unternehmen, Aufträge auszulagern und ihre eigene Fertigung zu flexibilisieren.

Additive Fertigung: stellt Bauteile, Werkzeuge und individuell auf Kunden zugeschnittene Produkte in kleinsten Losgrößen durch 3D-Druck her.

newPark Cloud: bietet den Unternehmen eine umfassende IT-Infrastruktur an, ohne dass sie selbst Know-how und IT-Ressourcen bereitstellen müssen.

newPark Energy Grid: erfüllt die hohen Ansprüche des GreenTech-Profils an Klimaschutz und gewährleistet eine intelligente Energienutzung, -verteilung und -erzeugung innerhalb des newParks.

newPark Innovation Lab: bringt Unternehmen, Start-ups und F&E-Einrichtungen zusammen, um neue Produkte und Dienstleistungen zur Marktreife zu führen.

Stichwort Industrie 4.0

Die Verknüpfung regionaler Wertschöpfungsketten, Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Gestaltung digitaler Ökosysteme werden im aktuellen Leitbild Industrie 4.0 des BMWi als Chancen der künftigen Entwicklung eingeschätzt.

  • Industrie 4.0 verknüpft alle Beteiligten in Geschäftsprozessen in der Fertigungs- und Prozessindustrie.
  • Informationen von Lieferanten, Kunden und im eigenen Unternehmen werden vernetzt.
  • Werkstücke und Maschinen steuern im Internet of Things (IoT) selbstständig die Produktion –flexibel, effizient, ressourcenschonend.
  • Das Netzwerk kann verschiedene Unternehmen und Branchen überspannen.

Starre und fest definierte Wertschöpfungsketten werden abgelöst durch flexible, hochdynamische und weltweit vernetzte Wertschöpfungsnetzwerke mit neuen Arten der Kooperation. Datengetriebene Geschäftsmodelle stellen Kundennutzen und Lösungsorientierung in den Vordergrund und ersetzen die Produktzentrierung als vorherrschendes Paradigma industrieller Wertschöpfung.

Durch neue konstruktive und prozessuale Ansätze ermöglicht es Industrie 4.0, Stoff­kreisläufe über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes zu schließen. Viel versprechend sind serviceorientierte Geschäfts­modelle, bei denen Produkte dauerhaft unter der Obhut und Wartung des Her­stellers bleiben, der somit schon in der Konstruktion nachhal­tige Ansätze realisieren kann. Industrie 4.0 gilt daher als ein maß­geblicher Befähiger für Kreislaufwirtschaft sowie Umwelt- und Klimaschutz insgesamt.

Die digitalisierte, vernetzte Produktion eröffnet insbesondere nach den der Erfahrungen der Corona-Krise auch wertvolle Chancen für die Umsetzung von New-Work-Konzepten.

Quelle: Plattform Industrie 4.0, 2021

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